Was ist der Entourage-Effekt?

Was ist der Entcourage-Effekt?

Der Begriff „Entourage“ kommt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt „Umgebung, Umkreis, Umfeld“. Im soziologischen Bereich bezeichnet dies Menschen, die zum engen Umfeld einer Person gehören, im politischen Sprachgebrauch versteht man darunter die Gefolgschaft. Daraus kann man sehr gut die Bedeutung dieses Begriffs für den biochemischen Bereich herleiten. 

1. Die Hanfpflanze und ihre Inhaltsstoffe

Die Hanfpflanze besteht aus einer Vielzahl chemischer Verbindungen. Bisher konnten fast 600 verschiedene Inhaltsstoffe nachgewiesen werden. Dazu gehören mehr als 140 Cannabinoide, Hunderte von Terpenen, aber auch Polyphenole, Flavonoide und Spurenelemente. Betrachtet man die Summe aller Inhaltsstoffe, besteht Hanf zum überwiegenden Teil aus Nicht-Cannabinoiden.

Wie immer in der Natur, hat dieses Zusammenspiel seinen Sinn. Man hat herausgefunden, dass sich diese Inhaltsstoffe gegenseitig positiv beeinflussen. Dieser Vorgang wird in der Forschung als "Entcourage-Effekt" bezeichnet. Vor allem das Zusammenspiel von Cannabinoiden und Terpenen ist hierbei von großer Bedeutung. Man hat herausgefunden, dass diese beiden Gruppen hohe synergetische Effekte miteinander haben. 

2. Was sind Terpene?

Terpene kommen vor allem in den ätherischen Ölen der Hanfpflanze vor und sind maßgeblich für den Geruch und Geschmack verantwortlich.

Bei Pflanzen und Tieren findet man diese Stoffe häufig in verschiedenen Zusammensetzungen. Kombinationen dieser chemischen Verbindungen sind bei Pflanzen (nicht nur bei der Hanfpflanze) für den Geschmack und den Geruch verantwortlich. Neben Cannabinoiden findet man in den Kristallstrukturen der CBD Blüten auch eben diese Terpene vor. In der Natur haben sie beispielsweise die Funktion, die Pflanze sowohl vor Schädlingen (Insekten, Pilzen, Bakterien) zu schützen als auch Insekten für die Bestäubung anzulocken.

Synonym werden Terpene auch häufig als Terpenoide bezeichnet. Unter diesem Begriff werden alle Substanzen zusammengefasst, welche Terpene als Bausteine enthalten. Das beinhaltet zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe wie Bitterstoffe, Carotinoide, Saponine, Steroide etc. Eben auch Cannabinoide haben in diesem Sinne terpenoiden Charakter. 

3. Cannabinoide und Terpene im Zusammenspiel

Wie schon erwähnt, sind Terpene für den Duft und das Aroma der Hanfpflanze verantwortlich. Früher hat man die Funktion der Terpene weitestgehend darauf beschränkt - mittlerweile wird dies differenzierter betrachtet.

Manche Forscher sind im Laufe ihrer Untersuchungen zu dem Resultat gekommen, dass Cannabinoide ihre Wirkung vor allem im Zusammenspiel mit anderen Stoffen ihre Wirkung entfalten. Die Kombination von Terpenen mit Cannabinoiden soll die Bioverfügbarkeit und Bioaktivität der Produkte erhöhen. Durch die Zugabe von Terpenen kann der Körper CBD also besser aufnehmen und verwerten. Das führt dazu, dass der Körper diese beiden Inhaltsstoffe gemeinsam bereits in geringen Dosierungen ihre Wirkung entfalten können und unerwünschte Wirkungen abgemildert werden.

Zusammengefasst bedeutet das, dass Terpene folgenden Einfluss auf die Wirkungsweise von Cannabinoiden haben:

-  Sie verbessern die Aufnahme und Wirkung von CBD
-  Eventuelle reduzieren die Nebenwirkungen
-  Sie regulieren die Verfügbarkeit im Körper 

Terpene in der Hanfpflanze

In der Hanfpflanze selbst wurden bereits über 200 Terpene nachgewiesen. Jede einzelne Pflanze verfügt über spezielle Terpen-Kombinationen – bei derselben Sorte von Cannabis ist diese aber ähnlich. Diese Terpene sind Öle, welche von den Drüsenhaaren der Hanfpflanze ausgeschieden werden und sind maßgeblich für den Geruch und den Geschmack verantwortlich. Der typische „Hanfgeruch“ stammt nämlich nicht von CBD oder gar THC, es sind die Mono- und Sesquiterpene welche sich in den ätherischen Ölen von Cannabis finden und den besonderen Duft ausmachen. Wenn wir also den charakteristischen Duft von Cannabis wahrnehmen liegt dies an den Terpenen, welche wir riechen können.

Diesen wichtigsten Cannabis-Terpenen werden ergänzende, zusammenwirkende oder gegensätzliche Wirkungen zugeordnet:

  • Mycren
  • Limonen
  • Alpha-Pinen
  • Linalool
  • Beta-Caryophyllen

Mycren

Das Terpen Mycren ist in Hanfpflanzen sehr häufig anzutreffen. Es macht bis zu 60% der ätherischen Öle aus und ist durch sein erdiges, kräuterartiges Aroma bekannt. Viele andere Pflanzen enthalten Mycren wie zum Beispiel Hopfen, Zitronengras, Lorbeerblätter, Eisenkraut, Eukalyptus, wilder Thymian, Ingwer, Weihrauch oder Zitronengras.

Forschungen haben gezeigt, dass Mycren schlaffördernde, schmerzstillende, entzündungshemmende und beruhigende Eigenschaften hat.

Limonen

Das Terpen Limonen ist bekannt für sein starkes, zitrusartiges Aroma. Die ätherischen Öle von Orange und Zitrone bestehen zu 90 bzw. 65 Prozent aus Limonen. Darüber hinaus sind die Limonen in Kümmel, Dill, Koriander und Wacholder enthalten.

Es wird häufig in Lebensmitteln und Parfüms eingesetzt, aber sogar im herkömmlichen Zitrusreiniger entfaltet es seine Wirkung.

Im Zusammenspiel mit CBD sollen Limonen-Terpene einen positiven Einfluss auf die innere Balance haben und stimmungssteigernde Effekte mit sich bringen.

Βeta-Caryophyllen

Das Terpen Beta-Caryophyllen weist einen scharfen und pfeffrigen Geruch auf und hat ein würziges Aroma. Es kommt beispielsweise in schwarzem Pfeffer, Nelken, Zimt und Basilikum vor. Es soll eine entzündungshemmende Wirkung haben und hilfreich bei Atemwegserkrankungen sein.

Pinen

Das Terpen Pinen ist in der Pflanzenwelt weit verbreitet. Du kennst es von Nadelbäumen und Sauna-Extrakten. Diesem Terpen wird mit einer entzündungshemmende, bronchienerweiternde Wirkung nachgesagt. Auch soll es die Gedächtnisleistung steigern .

Linalool

Dieses Terpen kennt ihr wahrscheinlich vom Lavendel - es hat eine süßlichen und blumige Note und ist verantwortlich für den süßen Geruch der Pflanze. Häufige Verwendung findet es bei Insektenstickmitteln und wird auch gegen Motten eingesetzt, die durch diesen Geruch abgeschreckt werden. Sein gesundheitlicher Nutzen besteht in den angstlösenden und entspannenden Effekten.

Flavonoide

Die Flavonoide, welche vorrangig für die bunte Farbe der Blüten zahlreicher Pflanzen verantwortlich sind, sollen neben den Terpenen ein weiterer Inhaltsstoff mit Entourage-Effekt sein. Flavonoide werden auch über Obst, Gemüse und Heilkräuter aufgenommen. Bei Pflanzen haben sie vorrangig den Zweck, sie vor UV-Strahlungen zu schützen.

In der Forschung um die 8.000 Flavonoide bekannt, wobei die Wirkungsweise noch weitestgehend unerforscht ist. Auf den menschlichen Körper können sie insofern eine positive Wirkung haben, dass man ihnen antioxidative, durchblutungsfördernde, gefäßschützende, krampflösende und entzündungshemmende Effekte nachsagt.

In der Forschung hat man das gesamte Spektrum von Flavonoiden in Hanfpflanzen noch nicht komplett erforscht. Mit Sicherheit wurde das Vorkommen folgender Flavonoide nachgewiesen:

  • Apigenin
  • Cannaflavine A, B und C
  • Isovitexin
  • Kaempferol
  • Luteolin
  • Orientin
  • Quercetin
  • ß-Sitosterin
  • Vitexin

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